Funktionsumfang
EPOS-Plan bildet ein vollständiges Energiesystem in einem Modell ab: Wärme- und Strombedarf, Erzeuger, Speicher, Betrieb über ein ganzes Jahr und die zugehörigen Kosten. Alle Module greifen auf denselben Datenbestand zu, sodass Bedarf, Technik und Wirtschaftlichkeit immer zusammenpassen.
Projektverwaltung
Projekte werden in einer gemeinsamen Datenbank verwaltet – mit Stammdaten, Klimaregion, Bedarfs- und Anlagendaten, Simulationskonfiguration, gespeichertem Ergebnis und Kosten. Ein Assistent führt durch die Neuanlage und blendet dabei nur die Bausteine ein, die das Projekt tatsächlich enthält. Zugeordnete Katalogkomponenten werden stets als projekteigene Kopie angelegt: Änderungen im Projekt wirken sich nie auf den Katalog oder andere Projekte aus.
Klimadaten
Für jeden Standort lässt sich ein stündlich aufgelöster Klimadatensatz mit Außentemperatur sowie Global-, Direkt- und Diffusstrahlung anlegen. Die Daten werden über die Ortseingabe automatisch bezogen, auf die Ausrichtungen Süd, Ost, West und Nord umgerechnet und um die Sonnenstände ergänzt – Grundlage für Fenstergewinne, Kollektor- und Photovoltaikerträge.
Wärmebedarfsberechnung
Der Wärmebedarf von Einzelgebäuden oder ganzen Nahwärmegebieten wird in Stundenschritten über das gesamte Jahr berechnet. Grundlage sind Geometrie, U-Werte, Wärmebrücken, Luftwechsel, Speicherfähigkeit des Baukörpers sowie Nutzungsprofile mit Nacht-, Wochenend- und Ferienabsenkung. Alternativ lässt sich der Bedarf aus vorhandenen Verbrauchsdaten für Öl, Gas oder andere Brennstoffe zurückrechnen. Warmwasser und Prozesswärme werden getrennt über Monatswerte und Wochenprofile erfasst, gemessene Wärmelastgänge können eingelesen werden. Netzverluste lassen sich prozentual oder als Jahreswert berücksichtigen.
Strombedarfsberechnung
Der Strombedarf entsteht aus Verbraucherprofilen mit Monatswerten und Wochenverläufen und wird intern in Viertelstundenschritten geführt – die Auflösung, die für Eigenverbrauch und Speicherbewirtschaftung erforderlich ist. Gemessene Lastgänge in Stunden- oder Viertelstundenauflösung können importiert und überlagert werden.
Wärmepumpen
Die Auswahl erfolgt aus einem Katalog mit Herstellerkennfeldern, filterbar nach Funktionsprinzip, Regelung, Bauart, Aufstellung, Vorlauftemperaturbereich und Leistung. Gerechnet wird mit dem vollständigen Kennfeld: Für jede Stunde werden Wärmeleistung und Leistungszahl zwischen den Stützstellen interpoliert. Abbildbar sind Heizstab und bivalente Betriebsweisen, Sperrzeiten des Netzbetreibers, unterschiedliche Wärmequellen – Außenluft, konstante Temperatur, Pufferspeicher, eigenes Quellprofil oder eingelesenes Temperaturprofil –, die Wärmesenke Heizung und/oder Warmwasser sowie die Betriebsmodi laufzeitoptimiert, leistungsoptimiert und PV-optimiert. Der Bivalenzpunkt ergibt sich aus der Simulation.
Heizkessel
Kessel werden mit Nennleistung, brennstoffabhängigen Wirkungsgraden, Brennwertkennzeichnung und Betriebsbereitschaftsverlust abgebildet. Die Simulation bilanziert stündlich Brennstoffeinsatz und Stillstandsverluste und weist den Jahresnutzungsgrad, den Verbrauch nach Energieträgern und die Emissionen aus.
Blockheizkraftwerke
BHKW-Module werden mit thermischer und elektrischer Leistung, Gesamtwirkungsgrad und Modulationsgrenze beschrieben. Drei Fahrweisen stehen zur Wahl: wärmegeführt, stromgeführt oder ohne Netzeinspeisung. Ein Pendelspeicher glättet den Betrieb. Ergebnisgrößen sind Betriebsstunden je Modul, Wärme- und Stromproduktion, Brennstoffverbrauch und Emissionen.
Solarthermie
Kollektorfelder werden über Kollektortyp, Modulanzahl, Fläche, Neigung und Azimut beschrieben. Die Ertragsberechnung folgt dem Wirkungsgradmodell nach EN 12975 mit optischem Wirkungsgrad, Verlustkoeffizienten und Einfallswinkelkorrektur und weist neben der nutzbaren Wärme auch den nicht verwertbaren Überschuss aus – die entscheidende Größe für die Dimensionierung.
Photovoltaik und Eigenverbrauch
PV-Anlagen werden mit Modultyp, Anzahl, Neigung und Azimut abgebildet, auch in mehreren Teilfeldern. Berücksichtigt werden Einstrahlung auf die Modulebene, Zelltemperatur, temperaturabhängiger Wirkungsgrad und Wechselrichterverluste. Die Strombilanz folgt der Rangfolge Direktverbrauch, Speicherladung, Einspeisung und liefert Eigenverbrauchsquote, Autarkiegrad und Überschuss.
Speicher
Thermische Pufferspeicher werden mit Volumen, Temperaturen und Bereitschaftsverlusten bilanziert und über einstellbare Ein- und Abschaltschwellen bewirtschaftet; sie lassen sich einzelnen Erzeugern zuordnen und können bei Wärmepumpen auch als Wärmequelle dienen. Batteriespeicher werden über Kapazität, Leistung und Ladezustandsgrenzen abgebildet; ihr Füllstand lässt sich als eigene Kurve darstellen.
Jahressimulation
Die Simulation rechnet 8.760 Stunden auf der Wärmeseite und 35.040 Viertelstunden auf der Stromseite. Die Wärmeerzeuger arbeiten in einer frei konfigurierbaren Kaskade: Jeder Erzeuger deckt so viel Bedarf, wie Kennfeld, Betriebsgrenzen und Speicherstand zulassen, der Rest geht an den nächsten. Parallel wird die Strombilanz aus Bedarf, Verbrauch der Wärmeerzeuger, BHKW-Strom, Photovoltaik und Speicher geführt.
Auswertung und Kennzahlen
Zur Verfügung stehen Deckungsanteile je Erzeuger, Bivalenzpunkt, Vollbenutzungsstunden, Jahresnutzungsgrade, Restwärme- und Reststrombedarf, Brennstoffverbräuche, Emissionen, Eigenverbrauchsquote, Autarkiegrad und CO₂-Einsparung. Dargestellt wird alles als Jahresganglinie, Jahresdauerlinie, Leistung über Außentemperatur, Ringdiagramm der Bedarfsdeckung, Monatsbilanz der Autarkie und als Modultabelle je Anlage. Ergebnisse lassen sich je Projekt speichern.
Datenaustausch
Zeitreihen für Energiebedarf, Wärmepumpe und die jeweils angezeigte Grafik lassen sich als CSV-Datei mit Zeitstempel und Außentemperatur exportieren und in Excel weiterverarbeiten. Herstellerdaten für Wärmepumpen, Heizkessel, Pufferspeicher und Solarkollektoren können nach VDI 3805 eingelesen werden, Klimadaten werden online bezogen, Lastgänge für Wärme und Strom importiert.
Kosten und Energiepreise
Investitions- und Betriebskosten werden je Komponente mit Betrag, Einheit, Nutzungsdauer und einer Bandbreite zwischen günstigem und ungünstigem Fall erfasst; im Technikmodul hinterlegte Anlagenkosten lassen sich als Planwert übernehmen. Für jeden Energieträger werden Arbeits-, Grund- und Leistungspreis, Heiz- beziehungsweise Brennwert und Emissionsfaktoren mit Gültigkeitsdatum gepflegt, sodass sich Preisentwicklungen nachvollziehbar abbilden lassen.
Bedienung und Hilfe
Umfangreiche Stammdatenkataloge, ein Projektassistent und eine Startseite mit Statusanzeige je Baustein halten den Einarbeitungsaufwand gering. Kurzhinweise an den Eingabefeldern verweisen auf das passende Kapitel der Online-Dokumentation, ein Hilfe-Assistent beantwortet Fragen im Kontext des aktuellen Programmbereichs, und die Oberfläche steht in Deutsch und Englisch zur Verfügung. EPOS-Plan läuft als eigenständige Windows-Anwendung unter Windows 10 und 11 und benötigt kein Excel.
Der Hilfe-Assistent arbeitet in zwei Stufen: Die Suche in der mitgelieferten Hilfe ist kostenfrei, läuft ohne Internetverbindung und überträgt nichts. Für frei formulierte Antworten hinterlegen Sie einen eigenen Zugangsschlüssel; übertragen werden dann ausschließlich die Frage, der Bereichsname und Auszüge aus den Hilfetexten – keine Projekt-, Kunden- oder Simulationsdaten. Auf Wunsch übernimmt er auch einzelne Arbeitsschritte im Programm, ändernde erst nach ausdrücklicher Bestätigung. Genutzt werden muss er nicht; er lässt sich vollständig abschalten.
Ausführliche Beschreibungen finden Sie in der Dokumentation und unter Programmablauf, ausgearbeitete Anwendungsfälle unter Beispiele.