Erlösrechnung

Symbol Erlösrechnung

Auf der Ertragsseite entscheidet nicht die erzeugte Energiemenge, sondern deren Verwertung. Dieselbe Kilowattstunde Strom hat einen völlig unterschiedlichen Wert, je nachdem ob sie im Objekt selbst genutzt wird oder ins Netz fließt. Deshalb ist die zeitaufgelöste Simulation die Voraussetzung für eine belastbare Erlösrechnung – erst sie zeigt, welcher Anteil der Erzeugung wann auf welchen Bedarf trifft.

Erlösarten bei Stromerzeugung

Der Eigenverbrauch ist in der Regel die wertvollste Verwertung: Er ersetzt Strombezug zum vollen Arbeitspreis einschließlich Netzentgelten, Abgaben und Umlagen. Der ins Netz eingespeiste Überschuss wird dagegen nach den jeweils geltenden Regelungen vergütet und liegt meist deutlich darunter. Bei Kraft-Wärme-Kopplung kommen die Zuschläge nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz hinzu, die für eingespeisten und für selbst genutzten Strom in unterschiedlicher Höhe gewährt werden, sowie gegebenenfalls vermiedene Netznutzungsentgelte und Erstattungen im Zusammenhang mit der Energiesteuer. Bei Photovoltaik sind Einspeisevergütung, Direktvermarktung und Modelle der Stromlieferung an Dritte zu unterscheiden.

Da sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen häufig ändern, versteht sich diese Aufzählung als Systematik, nicht als Rechtsauskunft. Die jeweils geltenden Sätze, Fristen und Voraussetzungen sind für das konkrete Projekt zu prüfen – sie hängen unter anderem von Leistungsklasse, Inbetriebnahmedatum, Brennstoff und Betreibermodell ab.

Wärmeerlöse

Wird Wärme geliefert – etwa in einem Nahwärmenetz oder bei Contracting –, entstehen Erlöse aus Arbeits-, Grund- und gegebenenfalls Leistungspreis. Maßgeblich ist die tatsächlich an der Übergabestelle gelieferte Wärme; Netz- und Speicherverluste mindern die verkaufbare Menge und gehören deshalb in die Bilanz. Bei Eigennutzung tritt an die Stelle des Erlöses die vermiedene Wärmebereitstellung aus der Referenzvariante.

Datengrundlage aus der Simulation

EPOS-Plan liefert die dafür nötigen Mengen zeitaufgelöst: Stromerzeugung aus BHKW und Photovoltaik, davon direkt genutzt, in den Speicher geladen und eingespeist, den verbleibenden Netzbezug, die Wärmeproduktion je Erzeuger, Betriebsstunden, Brennstoffeinsatz sowie Rest- und Überschussmengen. Damit lassen sich Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad ebenso bestimmen wie die Mengen, auf die Vergütungen und Zuschläge anzuwenden sind. Für die weitere Auswertung stehen sämtliche Zeitreihen als CSV-Export bereit.

Typische Stellschrauben

Der Eigenverbrauchsanteil lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand erhöhen – durch eine Ost-West-Aufteilung der Photovoltaik, durch einen Batteriespeicher, durch den PV-optimierten Betrieb der Wärmepumpe oder durch stromgeführten Betrieb des BHKW. Weil jede dieser Maßnahmen Investitionen auslöst, ist der Nutzen jeweils gegen die Mehrkosten zu stellen; die Rechnung dazu beschreibt die Wirtschaftlichkeitsrechnung, die Kostenseite die Kostenrechnung.