Schadstoffemissionen

Die Emissionsbilanz ist Teil der Auswertung und beruht auf denselben Mengen wie die Kostenrechnung: auf den Brennstoffverbräuchen und dem Netzbezug aus der Jahressimulation. Bewertet werden sie mit den Emissionsfaktoren der beteiligten Energieträger; ausgewiesen werden Kohlendioxid (CO₂), Schwefeldioxid (SO₂), Stickoxide (NOx), Kohlenmonoxid (CO) und Staub. Eine gesonderte Eingabe gibt es dafür nicht – die Bilanz entsteht aus Simulationsergebnis und Stammdaten und ändert sich mit jeder Änderung an der Auslegung.

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Emissionsfaktoren in den Stammdaten

Die Faktoren gehören zum Energieträger und werden unter Administration › Energieträger und Kostenkennwerte gepflegt – gemeinsam mit Arbeits-, Grund- und Leistungspreis, Heiz- beziehungsweise Brennwert und der Einheitenumrechnung. Jeder Stand trägt ein Gültigkeitsdatum, sodass nachvollziehbar bleibt, welche Faktoren einer Aussage zugrunde liegen. Werksseitige Datensätze sind schreibgeschützt; eigene Faktoren legen Sie daneben an.

Mit dem Faktor legen Sie zugleich die Bilanzgrenze fest: Er kann allein die direkten Emissionen am Standort abbilden oder die Vorkette der Bereitstellung einschließen. Wichtiger als diese Wahl ist, sie für alle Energieträger einheitlich zu treffen – sonst tritt ein Kessel mit Vorkette gegen eine Wärmepumpe ohne an. Besonderes Gewicht hat der Strommix: Der Faktor des Energieträgers Strom bestimmt die gesamte Stromseite der Bilanz.

Bewertung je Erzeuger

Heizkessel. Der Brennstoffverbrauch wird nach Energieträgern getrennt ausgewiesen und mit dem jeweiligen Faktor bewertet. Weil Bereitschafts- und Speicherverluste mitgedeckt werden müssen, liegt die Wärmeproduktion über dem Wärmebedarf – die Emissionen folgen dem Verbrauch, nicht dem Bedarf.

BHKW. Auch hier wird der Brennstoffverbrauch nach Energieträger ausgewiesen und bewertet. Der Beitrag ist zweiseitig: Das Modul verbrennt Brennstoff und ersetzt zugleich Netzbezug durch eigenen Strom. Wie groß dieser Ersatz ausfällt, hängt an der Fahrweise – wärmegeführt, stromgeführt oder ohne Einspeisung –, die sich im Ergebnisbereich umstellen lässt.

Wärmepumpe, Heizstab und Elektrokessel. Am Aufstellungsort emittieren sie nichts; ihre Emissionen entstehen allein über den bezogenen Strom. Maßgeblich sind der ausgewiesene Stromverbrauch einschließlich Heizstabanteil und der Faktor des Energieträgers Strom; Vorlauftemperatur und Betriebsmodus wirken damit auch auf die Emissionsbilanz. Ein Elektrokessel wird abgebildet, indem als Energieträger Strom gewählt wird; sein Verbrauch erscheint dann in der Strombilanz.

Solarthermie. Der Kollektorertrag ist im Betrieb emissionsfrei und wirkt indirekt, indem er Brennstoff der nachgelagerten Erzeuger verdrängt. Nicht nutzbare Überschüsse tragen dazu nichts bei.

Photovoltaik und Batteriespeicher. Beide wirken über den vermiedenen Netzbezug. Maßgeblich ist die Rangfolge der Strombilanz aus Direktverbrauch, Speicherladung und Einspeisung: Nur die ersten beiden Wege mindern den Netzbezug und damit die bilanzierten Emissionen; der Speicher vergrößert diesen Anteil, indem er Erzeugung in Zeiten ohne Sonne verschiebt. Eingespeister Strom verlässt die Bilanzgrenze des Objekts – ob dafür eine Gutschrift angesetzt wird, ist projektbezogen festzulegen.

Pufferspeicher und Wärmelieferung. Beide emittieren selbst nichts, verändern aber die bewertete Menge: Bereitschaftsverluste des Speichers und die Verluste eines Wärmenetzes erhöhen den Brennstoffeinsatz je gelieferter Kilowattstunde.

Einsparung gegenüber der Referenzvariante

Aussagekräftig wird ein Emissionswert erst im Vergleich. Auf der Stromseite weist die Autarkieanalyse die CO₂-Einsparung neben Autarkiegrad, solarthermischer Deckung und thermischem Nutzungsgrad aus und stellt monatsweise gegenüber, welcher Anteil des Strombedarfs direkt, aus dem Speicher oder aus dem Netz gedeckt wird.

Für ganze Konzepte stellen Sie der geplanten Lösung eine einfache Referenzvariante gegenüber, etwa die reine Kesselversorgung. Weil alle Varianten auf denselben Bedarfsdaten und demselben Klimadatensatz beruhen, ist die Differenz tatsächlich die Wirkung der Maßnahme. Das Simulationsergebnis lässt sich je Projekt speichern; ändern Sie jeweils nur eine Größe und achten Sie darauf, dass beide Varianten dieselben Faktorenstände verwenden.

Darstellung und Export

Die Emissionswerte erscheinen in den Ergebnisbereichen der einzelnen Erzeuger und unter den Kennzahlen der Auswertung, neben Deckungsanteilen, Vollbenutzungsstunden, Jahresnutzungsgraden und Brennstoffverbräuchen. Die zugrunde liegenden Zeitreihen lassen sich als CSV-Datei mit Zeitstempel und Außentemperatur exportieren, sodass sich der Netzbezug außerhalb des Programms zeitlich aufgelöst bewerten lässt.

Hinweise für die Praxis

Halten Sie die Faktoren aktuell; das Gültigkeitsdatum dokumentiert ihren Stand. Über einen Betrachtungszeitraum von 15 bis 20 Jahren ist ein konstanter Strommix eine Annahme, keine Prognose. Setzen Sie Biomethan oder Biogas nicht mit dem Erdgasfaktor an, sondern legen Sie dafür einen eigenen Energieträger an. Prüfen Sie jede Einsparung gegen die Referenz, aus der sie stammt – eine Gutschrift für KWK-Strom ist nur so belastbar wie die Annahme, welche Erzeugung er verdrängt. Förder- und ordnungsrechtliche Nachweise können eigene Faktoren und Bilanzregeln verlangen; sie sind projektbezogen zu prüfen.

Den vorgelagerten Arbeitsablauf beschreibt die Programmablauf-Übersicht, die Bewertung derselben Mengen in Geld behandeln die Unterseiten Erlösrechnung und Wirtschaftlichkeitsrechnung, die Ausgabe die Unterseite Bericht drucken. Die fachlichen Hintergründe stehen unter Grundlagen im Vergleich der Energiebilanz und in der Kostenrechnung; ausgearbeitete Fälle finden Sie unter Beispiele.