Wirtschaftlichkeitsrechnung

Die Wirtschaftlichkeitsrechnung führt Kosten und Erlöse über den Betrachtungszeitraum zusammen und macht Varianten vergleichbar. Ihre Aussagekraft steht und fällt mit dem Mengengerüst aus der Simulation: Betriebsstunden, Brennstoffverbräuche, Eigenverbrauch und Einspeisung sind die Größen, die anschließend bewertet werden.
Betrachtungszeitraum und Randbedingungen
Der Betrachtungszeitraum orientiert sich an der Nutzungsdauer der wesentlichen Komponenten; üblich sind 15 bis 20 Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums notwendige Ersatzinvestitionen – etwa Motorüberholungen bei BHKW oder der Tausch eines Wechselrichters – gehören in die Rechnung, ebenso ein Restwert am Ende. Weitere Randbedingungen sind der Kalkulationszinssatz, der die Kapitalkosten und die Renditeerwartung abbildet, sowie Preissteigerungsraten, die für Brennstoff, Strom, Wartung und sonstige Kosten getrennt angesetzt werden sollten – Energiepreise und Lohnkosten entwickeln sich erfahrungsgemäß unterschiedlich.
Kapitalwert- und Annuitätenmethode
Bei der Kapitalwertmethode werden alle Zahlungen der Zukunft auf den Zeitpunkt der Investition abgezinst und aufsummiert. Ein positiver Kapitalwert bedeutet, dass sich die Investition unter den gewählten Annahmen rechnet; beim Vergleich mehrerer Varianten ist die mit dem höchsten Kapitalwert vorteilhaft. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie mit zeitlich veränderlichen Zahlungen umgehen kann – genau das ist bei Vergütungen, Zuschlägen und Boni der Fall, die nur über bestimmte Zeiträume gewährt werden.
Die Annuitätenmethode verteilt dieselben Zahlungen gleichmäßig auf die Jahre und liefert jährliche Gesamtkosten. Sie ist anschaulich, wenn die Zahlungsströme über die Jahre konstant sind, und führt dann zu derselben Rangfolge wie der Kapitalwert. Aus den Jahreskosten lassen sich Wärmegestehungskosten in Cent je Kilowattstunde ableiten – die Kennzahl, die Varianten am unmittelbarsten vergleichbar macht. Die Amortisationszeit ist als Zusatzinformation nützlich, als alleiniges Kriterium jedoch ungeeignet, weil sie alles ausblendet, was nach dem Rückfluss der Investition geschieht.
Sensitivität
Jede Wirtschaftlichkeitsrechnung beruht auf Annahmen über Preise, Zinsen und Nutzungsdauern, die über zwanzig Jahre niemand sicher kennt. Belastbar wird eine Aussage erst, wenn geprüft wird, wie empfindlich das Ergebnis auf diese Annahmen reagiert: Verschiebt eine Änderung des Brennstoffpreises um zwanzig Prozent die Rangfolge der Varianten? Kippt sie bei einem um zwei Prozentpunkte höheren Zinssatz? Bleibt die Reihenfolge stabil, ist die Entscheidung robust – andernfalls sollten die kritischen Annahmen besser abgesichert werden. Die in der Kostenerfassung vorgesehenen Bandbreiten zwischen günstigem und ungünstigem Fall sind dafür der einfachste Einstieg.
Rolle von EPOS-Plan
EPOS-Plan liefert das vollständige, zeitaufgelöste Mengengerüst und die strukturierte Erfassung von Investitions-, Betriebs- und Energiekosten einschließlich Nutzungsdauern, Preisstände und Emissionsfaktoren. Damit stehen alle Eingangsgrößen bereit, um Varianten nach der Kapitalwert- oder Annuitätenmethode zu bewerten. Wichtig bleibt: Die Rechnung bewertet Annahmen, nicht Tatsachen. Förderungen, steuerliche Wirkungen und vertragliche Rahmenbedingungen sind projektbezogen zu prüfen; die Ergebnisse ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung.
Die Eingangsgrößen im Einzelnen beschreiben Kostenrechnung und Erlösrechnung, die zugrunde liegende Energiebilanz der Vergleich der Energiebilanz.