Kurzanleitung

Diese Kurzanleitung führt in zehn Schritten durch ein vollständiges Projekt – von der Installation bis zum ausgewerteten Ergebnis. Sie beschreibt den kürzesten Weg zu einem belastbaren Resultat; die ausführliche Beschreibung steht unter Programmablauf, der vollständige Funktionsumfang in der Dokumentation.

Schritt 1 – Programm starten und Einstellungen prüfen

Nach dem Start zeigt die Kopfzeile Programmname und Version. Prüfen Sie einmalig unter Administration › Einstellungen die Verzeichnisse für Import und Export sowie den Pfad zu den VDI-3805-Herstellerdaten. Die Sprache stellen Sie im Hauptmenü um; das Programm startet dafür neu.

Schritt 2 – Projekt anlegen

Über Projekte › Neu starten Sie den Assistenten. Kreuzen Sie zuerst an, welche Bausteine das Projekt braucht – etwa Gebäude, Brauchwasser, Wärmepumpe, Photovoltaik –, alles andere wird übersprungen. Tragen Sie danach Projektname und Bearbeiter ein und wählen Sie die Klimaregion. Beides ist Pflicht, alles Übrige lässt sich später ergänzen.

Schritt 3 – Klimaregion sicherstellen

Fehlt der Standort, legen Sie ihn in der Klimadatenverwaltung an: Ort eingeben, Import starten. EPOS-Plan lädt einen typischen Jahresdatensatz mit Temperatur und Strahlung in Stundenwerten und rechnet ihn auf die vier Hauptausrichtungen um. Auf der Startseite die Region auswählen und speichern.

Schritt 4 – Wärmebedarf erfassen

Gebäude aus dem Katalog wählen – Filter nach Wohn- oder Nichtwohngebäude, Gebäudeart und Baualtersklasse – und ins Projekt übernehmen. Als Bezugsgröße entweder die Wohnfläche eintragen oder, wenn vorhanden, den Jahresverbrauch an Öl, Gas oder Brennstoff; daraus skaliert das Programm den Bedarf auf den realen Verbrauch. Warmwasser als eigenen Eintrag mit Jahresverbrauch ergänzen, bei Bedarf Prozesswärme ebenso. Netzverluste nicht vergessen, wenn ein Netz vorliegt.

Schritt 5 – Strombedarf erfassen

Verbrauchertyp wählen und Jahresverbrauch eintragen oder – deutlich genauer – einen gemessenen Lastgang einlesen. EPOS-Plan rechnet intern in Viertelstundenwerten, was für Eigenverbrauch und Speicher entscheidend ist.

Schritt 6 – Erzeuger auswählen

Für jede Gattung führt ein Katalog mit Herstellerdaten zur Auswahl: Wärmepumpen mit vollständigen Kennfeldern, Kessel, BHKW-Module, Kollektoren und PV-Module. Bei der Wärmepumpe achten Sie auf die Vorlauftemperatur – sie bestimmt das verwendete Kennfeld und damit die Effizienz. Heizstab, Betriebsweise und eventuelle Sperrzeiten gleich mit einstellen.

Schritt 7 – Speicher zuordnen

Pufferspeicher über Volumen und Temperaturen anlegen und im nächsten Schritt dem Erzeuger zuordnen. Batteriespeicher mit Kapazität und Leistung ergänzen, wenn Photovoltaik im Spiel ist.

Schritt 8 – Simulation konfigurieren

Im Dialog Simulation Konfiguration die Erzeuger in der gewünschten Reihenfolge auswählen – die Reihenfolge ist die Priorität. Speicher zuordnen und Ein- und Abschaltschwellen festlegen. In der Übersicht rechts per Doppelklick auf die Wärmepumpe Priorität, Wärmequelle, Wärmesenke und Betriebsmodus einstellen. Konfiguration speichern.

Schritt 9 – Simulation starten und Ergebnis lesen

Die Jahressimulation rechnet 8.760 Stunden Wärme und 35.040 Viertelstunden Strom. Sehen Sie sich zuerst diese vier Größen an: den Anteil der Zusatzheizung, den Bivalenzpunkt, die Vollbenutzungsstunden und den Restwärmebedarf. Bleibt Restwärme offen, trägt die Auslegung die Spitzen nicht. Auf der Stromseite geben Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad die Antwort auf die Speicherfrage. Alle Zeitreihen lassen sich als CSV-Datei exportieren.

Schritt 10 – Varianten vergleichen und Kosten hinterlegen

Ändern Sie jeweils nur eine Größe – Vorlauftemperatur, Maschinengröße, Speichervolumen, Betriebsmodus – und rechnen Sie erneut; so bleibt der Effekt jeder Entscheidung sichtbar. Steht die Technik, erfassen Sie Investitions-, Betriebs- und Energiekosten je Komponente mit Nutzungsdauer und Preisen.

Die häufigsten Stolpersteine

Eine falsch gewählte Klimaregion verschiebt Bedarf und Bivalenzpunkt spürbar – lieber den nächstgelegenen Standort selbst importieren. Ein zu niedrig angesetzter Warmwasserbedarf lässt den Sommerbetrieb zu günstig aussehen; bei Zirkulation sind die Verluste mitzurechnen. Wird die Vorlauftemperatur zu optimistisch angenommen, stimmt das Kennfeld nicht mehr, und die Jahresarbeitszahl fällt in der Praxis niedriger aus. Und ein Pufferspeicher ohne sinnvoll gesetzte Schaltschwellen führt entweder zu Dauerbetrieb oder zu ständigem Takten.

Ausgearbeitete Anwendungsfälle finden Sie unter Beispiele, die fachlichen Hintergründe unter Grundlagen.